Reiserückblick "Courage Cruise" Oktober 2012

Israel

Wir hatten 2 wunderbare Tage in Israel. Rabbi Baruch Ezagui war aus San Diego eingeflogen, um uns zu begleiten. Wir sangen gemeinsam, beteten gemeinsam und er brachte uns das Land auf seine eigene ganz besondere inspirierende Art und Weise näher. Als erstes ging es zu einem Aussichtpunkt über der Altstadt von Jerusalem. Es empfingen uns Musiker und nach berührenden Worten und Segnungen vom Rabbi ließen wir weiße Tauben fliegen. Danach ging es weiter in die Altstadt, wo die meisten von uns Shwarma zum Mittagessen genossen. Nach der Stärkung gingen wir durch die Stadt zur Klagemauer.

 

Zusammen mit dem Rabbi haben wir gebetet und die Segnung ausgesprochen. Und mit der Segnung uns die Armbänder umgebunden, die wir alle bekommen haben. 

 

Als ich das Armband mit dem Davidstern in der Hand hielt, schossen mir alte Erinnerungen und Bilder in den Kopf.

 

Ich war vielleicht 11 oder 12 Jahre alt und hatte mir als Kettenanhänger dieses Symbol gekauft. Nicht wissend was es ist oder welche Bedeutung es hat. Es gefiel mir einfach besonders gut.

 

Doch dann lernten wir in der Schule was Deutschland, Hitler und das deutsche Volk im 2. Weltkrieg angerichtet hatten.

 

Wissend, dass von beiden Seiten meiner Eltern, die Väter im Krieg Soldaten waren, schloss ich daraus, dass ich rein arisch bin. Blond, blaue Augen, reines Blut: genau die Rasse, die Hitler über andere regieren und die Welt beherrschen lassen wollte.

 

Als Kind den Davidstern als meinen Kettenanhänger in der Hand zu halten, das Symbol für Judentum und Israel, schämte ich mich. Wie konnte und durfte ich so etwas überhaupt besitzen, hoffentlich hat es keiner gesehen. Ich versteckte es und mit dem Anhänger all den Scham, Hass, Wut und alle Gedanken sowie persönliche Verbundenheit mit dem Holocaust und 2. Weltkrieg. Ich vergrub es tief in meinem Inneren, beschloss nie über dieses Thema zu sprechen und wies von mir jeden persönlichen Bezug zu diesem Thema. Erst mit der Schattenarbeit und den Hinweisen von Debbie ließ ich dieses Thema wieder in mein Bewusstsein und erhielt damit ein großes Geschenk der Heilung und des inneren Friedens. Ich erlangte die Freiheit von der angenommenen und der mir selbst auferlegten Schuld. 

 

Die Klagemauer zu erleben und in Israel zu sein, war ein wichtiger Schritt für mich, diese Freiheit erlangen zu können. Ich bin der Gruppe, Debbie und dem Institut dafür zutiefst dankbar. 

 

Nach der Klagemauer fuhren wir in die Judäische Wüste, wo wir Kamelausritte machten und ein Erlebnisabendessen in Abrahams Zelt sowie unter freiem Himmel genossen. 

 

Am nächsten Tag ging es nach Hebron. An einem tollen Aussichtspunkt trafen wir mit dem örtlichen Rabbi, Musikern und einer Gruppe von israelischen Soldaten zusammen. Die Soldaten tanzten mit dem Rabbi Baruch Ezagui und all den Männern aus unserer Gruppe. Es war ein fröhliches und beschwingtes Fest. Beide Rabbi’s erzählten uns von der Geschichte Hebrons, die Soldaten überreichten Debbie eine Fahne und bedankten sich für den Besuch. 

 

Als nächstes ging es zur Höhle Machpela, dem Grab der Patriarchen, wo wir einige Zeit in Stille verbrachten. Zurück in die Altstadt von Jerusalem mit  Mittagspause und etwas Shopping Zeit, besuchten eine Handvoll von uns die Auferstehungskirche oder auch Grabeskirche, dem überlieferten Ort des Grabes Jesua.

 

In der Abenddämmerung gingen wir gemeinsam zur Klagemauer in der Abenddämmerung. Diesmal, um die unterirdischen Tunnel zu besuchen und zu erleben, als einen wunderbaren Abschluss des Tages.